Methodik
Monte-Carlo-Simulation
Für jede Fahrzeuganalyse führen wir 10.000 unabhängige Simulationen durch. In jeder Iteration wird zufällig bestimmt, welche Komponenten im Betrachtungszeitraum ausfallen und welche Reparaturkosten dabei anfallen. Das Ergebnis ist eine Häufigkeitsverteilung möglicher Reparaturkosten, aus der wir Perzentile ableiten.
Dieser Ansatz liefert realistischere Schätzungen als einfache Durchschnittswerte, weil er die natürliche Streuung von Reparaturkosten und Ausfallzeitpunkten abbildet.
Log-Normalverteilung der Reparaturkosten
Reparaturkosten sind nicht normalverteilt: Es gibt viele kleine und mittlere Reparaturen, aber auch seltene, sehr kostspielige Ausfälle (z. B. Getriebedefekt, Motorschaden). Die Log-Normalverteilung bildet dieses Muster realistischer ab als die Normalverteilung.
Für jede Fehlerart werden Median-Reparaturkosten und ein Streuungsparameter (Sigma) hinterlegt. In der Simulation werden die tatsächlichen Kosten je Schadensfall aus dieser Verteilung gezogen.
Datengrundlage: zwei Ebenen, die nicht verwechselt werden dürfen
Die Seite kombiniert zwei Datenebenen unterschiedlicher Natur, die auf jeder Seite getrennt dargestellt und als solche gekennzeichnet sind.
① Offizielle Daten — Rückrufmeldungen aus dem EU Safety Gate
Die Abschnitte „Rückrufe (EU Safety Gate)“ auf den Modellseiten sowie die Seiten unter Rückrufe übernehmen Meldungen aus dem Safety Gate der Europäischen Kommission — dem EU-Schnellwarnsystem für gefährliche Non-Food-Produkte (bis 2019 RAPEX). Dort veröffentlichen die nationalen Marktüberwachungsbehörden der EU- und EWR-Staaten Produkte mit ernstem Risiko; bei Kraftfahrzeugen sind das überwiegend Herstellerrückrufe wegen Brand- oder Verletzungsgefahr. Wir laden regelmäßig die vollständige Kategorie „Kraftfahrzeuge“ (Meldungen seit 2005) über die öffentliche Schnittstelle des Portals und ordnen jede Meldung anhand der Felder Marke und Modell den auf dieser Seite geführten Modellen zu. Angezeigt werden Datum, Risikoart und -beschreibung, betroffene Modelle, Produktionszeitraum, Maßnahme, meldendes Land und der Link zur Originalmeldung — so wie veröffentlicht, ohne Neubewertung.
Grenzen dieser Ebene: Die Zuordnung erfolgt über den Modellnamen; eine Meldung kann mehrere Generationen oder Motorisierungen betreffen, und ob ein konkretes Fahrzeug betroffen ist, entscheidet allein die Fahrgestellnummer (FIN) — das kann nur der Hersteller bestätigen. Das Safety Gate enthält nur Rückrufe, die an das System gemeldet wurden; Aktionen, die ausschließlich über das Händlernetz laufen, fehlen. Die Anzahl der Meldungen hängt von Stückzahlen, Bauzeit und konzernweiten Kampagnen ab und ist kein Maß für Zuverlässigkeit. Das Abrufdatum steht auf jeder Seite. Die Nutzung der Daten ist eine Quellenangabe; es besteht keine Verbindung zur Europäischen Kommission oder zu nationalen Behörden.
② Modellierte Schätzungen — Mängelquoten, Zuverlässigkeitswert, Kosten
Ausfallwahrscheinlichkeiten, Zuverlässigkeitswert und Kostenprognosen sind Schätzungen aus einem statistischen Modell — ausdrücklich keine amtlichen Prüfstatistiken und keine Daten einer Prüforganisation, eines Automobilclubs oder einer Behörde. Der modellierte Mängeldatensatz bildet typische Muster ab, wie Mängelhäufigkeiten mit dem Fahrzeugalter steigen, aufgeschlüsselt nach Fahrzeugmodell, Altersklasse und Mängelkategorie (Fahrwerk/Lenkung, Bremsen, Beleuchtung, Umwelt/Abgas, Karosserie, Elektrik), und gibt an, welcher Anteil der Fahrzeuge einer Altersgruppe rechnerisch einen erheblichen Mangel in der jeweiligen Kategorie aufweist. Diese Werte dienen der Orientierung vor der Kaufbesichtigung, nicht als Tatsachenbehauptung über ein einzelnes Fahrzeug.
Die Reparaturkostenschätzungen sind modellierte Annahmen für den deutschen Markt, orientiert an öffentlich verfügbaren Werkstatt- und Ersatzteilpreisen (Stand 2024).
Reparaturkosten
Alle Reparaturkosten sind in Euro angegeben und beziehen sich auf Arbeiten in einer deutschen Vertragswerkstatt inklusive Mehrwertsteuer. Freie Werkstätten können je nach Fahrzeug und Region 20–40 % günstiger sein.
Verschleißteile (Bremsbeläge, Luftfilter, Zündkerzen), die im Rahmen regulärer Wartungsintervalle anfallen, sind in den Simulationskosten nicht enthalten. Die Wartungskosten werden separat in der TCO-Übersicht ausgewiesen.
Ergebnisse interpretieren — Perzentile
Die Simulationsergebnisse werden als drei Perzentile dargestellt:
- P10 (Bester Fall) — 10 % der simulierten Szenarien liegen unter diesem Wert. Realistisch für Fahrzeuge in sehr gutem Zustand mit glücklichem Verlauf.
- P50 (Median) — Der mittlere Wert: Die Hälfte der Szenarien liegt darunter, die andere Hälfte darüber. Beste Einzelschätzung für durchschnittliche Bedingungen.
- P90 (Schlechtester Fall) — 90 % der Szenarien liegen unter diesem Wert. Dient als Puffer für ungünstige Situationen und sollte für die finanzielle Risikoabschätzung herangezogen werden.
Hinweis: Alle Prognosen sind statistische Schätzungen. Der tatsächliche Reparaturaufwand für ein individuelles Fahrzeug kann erheblich vom Simulationsergebnis abweichen — nach oben wie nach unten.